Aktuelles
Politik zum Anfassen: Landrat Koller stellt sich den Fragen der Neuntklässler
Frisch gewählt zu Gast an der Mittelschule Piding-Anger – Schülerinnen und Schüler diskutieren mit Michael Koller über Nahverkehr, Mercosur und Landwirtschaft
PIDING. Nur fünf Tage nach seinem klaren Sieg bei der Landratsstichwahl hat sich der neue Landrat des Berchtesgadener Landes, Michael Koller (Freie Wähler), Zeit für die Jugend genommen. Auf Einladung der Mittelschule Piding-Anger stellte er sich einer neunten Klasse – und erlebte eine Diskussionsrunde, die in ihrer Tiefe und Bandbreite manche Podiumsdiskussion in den Schatten gestellt hätte.
Die Schülerinnen und Schüler waren bestens vorbereitet. Auf der Themenliste standen Fragen, die viele Bürgerinnen und Bürger des Landkreises bewegen: Wie geht es weiter mit dem öffentlichen Nahverkehr im flächenmäßig großen Berchtesgadener Land? Welche Zukunft hat der Rufbus „Watzmobil"? Was bedeutet das geplante Mercosur-Abkommen für die heimische Landwirtschaft? Und welche Antworten hat der neue Landrat auf die Herausforderungen, vor denen die bäuerlichen Betriebe in der Region stehen?
Koller, der bislang als Abgeordneter im Bayerischen Landtag tätig war, ging engagiert auf jede Frage ein. Die Sorgen der Landwirtschaft seien ihm ein besonderes Anliegen – die heimischen Höfe seien Rückgrat und Landschaftspfleger der Region zugleich. Beim Thema Nahverkehr machte er deutlich, dass flexible Angebote wie der Rufbus „Watzmobil" auch künftig eine wichtige Rolle spielen müssten, um die Mobilität abseits der Hauptachsen zu sichern.
Bemerkenswert offen wurde es, als die Jugendlichen den Landrat auf den politischen Umgang mit rechtskonservativen Parteien ansprachen. Koller signalisierte grundsätzlich Gesprächsbereitschaft – allerdings unter klaren Bedingungen: Solange gegenseitiger Respekt und eine konstruktive Gesprächskultur gewahrt blieben, müsse man miteinander reden können. Genau das sei jedoch aus seiner Erfahrung im Bayerischen Landtag von Seiten der genannten Partei leider derzeit nicht der Fall.
Zum Abschluss richtete Koller eine deutliche Botschaft an die Klasse – und stellvertretend an alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises: Er wolle Landrat für alle sein, unabhängig von Herkunft, Beruf oder politischer Überzeugung.
Der Besuch in Piding hat einmal mehr gezeigt, dass politische Bildung dort am besten gelingt, wo Politikerinnen und Politiker den Weg in die Schulen suchen – und sich auch unbequemen Fragen einer kritischen Generation stellen. (Text: G. Neunzig)